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Verein Rodgauer Segler e.V.


Manöver auf Platt – zurück zur Natur

Klaus Kölpin und Manfred Papke berichten von ihren Erkenntnissen nach einem zweitägigen Sonderlehrgang in Heeg beim Vercharterer Varskip für Skipper

Rodgau, April 2005

Grundsätzliches:

Vor allem bei Hafenmanövern unter Motor wird der große Unterschied zwischen einer modernen Hochsee-Yacht und einem Plattboden-Schiff wie einer Lemsteraak offenkundig: Es fehlt der Kiel und damit sozusagen der Dreh-und Angel-Punkt. Das heißt Abschiednehmen vom schwunghaften Drehen „auf dem Teller“, vom flotten Einparken in die Box, vom Ausparken rückwärts ganz abgesehen. Dafür sind jetzt Gefühl und Geduldgefragt – ein Zurück zur Natur und Physik: Das heißt Einbeziehung des Windes – Dreh-Unterstützung für den Bug – und des Rad-Effekts – Dreh-Unterstützung für das Heck. Ohne diese beiden Faktoren geht nichts!! Und Kraft – also mehr Power wie Vollgas vor / Vollgas zurück – sowie Tempo erhöhen nur die Ramm-Gefahr angesichts des gewichtigen Stahlschiffes und seiner großen Breite.

Und es geht doch:

Nach der Methode "Langsam, aber sicher" kann man ein 10m-Schiff in einem 11m breiten oder besser schmalen Hafenbecken/Schlauch schon "auf dem Teller" wenden, doch eben nicht "in einem Rutsch" , sondern durch gefühlvolles Vor- und Zurück der Maschine unter Einbeziehung der Kraft des Windes (Bug), und des Radeffekts der Schraube. Einziger Trost: Bei den gefühlvollen Rückwärts-Schüben kann man die Wirkung des Ruders vergessen, man muss es also nicht umlegen.

Beispiel:

Einlaufen in Hafen, rechtsdrehende Schraube, Wind von Backbord, Wendeversuch über Backbord von rechter Fahrwasserseite aus: Es wird nicht funktionieren, was mit Kielyacht eigentlich kein Problem wäre! Also: Rüber auf die linke Fahrwasserseite, möglichst Fahrt raus und vor allem über Radeffekt bei Rückwärts-Schüben das Heck nach Backbord schwenken, also über Steuerbord wenden. Bei Rückwärtsschüben zieht die Schraube dann das Heck nach Backbord. Am besten Zeichnung machen.

Hoffnung:

Klaus Kölpin und Manfred Papke werden ihre Erfahrungen auf der Basis auch der holländischen Segel-Anweisungen Mithilfe auch von Zeichnungen in handlicher Form als eine Art Gebrauchsanweisung herausbringen, denn „ganz ohne“ ist das alles doch nicht, mehr „Schach auf dem Wasser“, bei dem man immer mehrere Züge vorausdenken muss.

Klaus Kölpin (rechts) bei der Einweisung in den Maschinenraum – So sieht eine Lemsteraak aus


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